Mit freundlicher Genehmigung von Erich "Qu'erico" Fischer
von SalsaNamá!
Die Orginaltexte findet Ihr unter
www.SalsaNama.ch.
Inhalt
| V. „Westcoast-Style“ bzw. „Los Angeles-Style“ |
| VI. „Latin-Standard-Salsa“ bzw. „Mambo-Salsa“ |
„Latino-Style“ bzw. „Cumbia-Style“
| Latino-Style bzw. Cumbia-Style wird
hier verstanden als ein Oberbegriff für alle Salsa-Varianten, wie sie
in Latein- und Mittelamerika (Venezuela, Kolumbien, Mexico, Costa Rica usw.),
aber auch in der Karibik (exklusive Kuba) getanzt werden. Der Oberbegriff Cumbia-Style ist gebräuchlich in den USA und darf nicht mit dem kolumbianischen Cumbia (kolumbianischer Volkstanz) verwechselt werden. In Latein- und Mittelamerika ist Salsa ein Tanz „der Strasse“, denn er wird in der Regel nicht in Tanzschulen, sondern an Salsa-Fiestas gelernt. Dieser Salsa-Stil kommt mit einem Minimum an Regeln aus und beinhaltet viel Improvisation. Der Grundschritt und erste Vueltas sind für jedermann bzw. jede Frau einfach zu erlernen. Aufgrund der Einfachheit kann dieser Stil für Tanzbegeisterte mit der Zeit aber etwas langweilig werden. Der Latino - oder Cumbia-Style ist geprägt durch viel Körperkontakt. Dies drückt sich aus in einer oft engen und eher „harten“, dominaten Führung durch den Mann. |
Schritte Grundschritt seitwärts mit 3er-, manchmal
auch 4er-Schritt (mit stark akzentuiertem Tap) mit Beginn des Ausfallschritt
auf „1“. Zur Veranschaulichung: |
Wo wird dieser Stil getanzt ? Der Cumbia-Style ist der weltweit am weitesten verbreitete Salsastil, denn er wird im Prinzip überall dort getanzt, wo es Latinos gibt - also auf der ganzen Welt. |
Gemeinsamkeiten mit anderen Stilen Mittel bis hoch, weil dieser Stil auch von den Anhängern der anderen Salsastile relativ schnell erlernt werden kann. |
Musik Von der einfachen gradlinigen Salsa bis hin zur
abwechslungsreicheren Salsa. |
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klassisch-kubanischer Stil „Casino“
| Der Casino ist aus dem kubanischen
Son hervorgegangen. Er ist ein typischer „De la calle-Stil“
(ein Tanz von der Straße), denn in Cuba geht kein Einheimischer
in eine Salsa -Tanzschule. |
Schritte Grundschritt vorwärts, manchmal auch seitwärts
mit 3er-Schritt. Beginn mit Ausfallschritt auf „1“ oder „3“
(3, 4, 5, - 7, 8, 1, -), manchmal wie im Son auf die „2“ (2,
3, 4, - 6, 7, 8, -). |
Wo wird dieser Stil getanzt ? Vor allem Cuba (hat allerdings wegen der Popularität des „Despelote“ etwas an Bedeutung verloren), Florida (Miami) und Europa (v.a. durch ExilkubanerInnen und Kuba- Freaks). Eine Casino-Hochburg in Europa ist Barcelona. |
Gemeinsamkeiten mit anderen Stilen Hat mit dem Cumbia-Style einiges gemeinsam. Viele Vueltas sind jedoch mit den anderen Stilen nicht, bzw. nur sehr beschränkt kompatibel. Mit einiger übung und geschickter „übersetzung“ lässt sich der Casino aber auch erfolgreich mit den US-Stile kombinieren. |
Musik Dem Son verwandte, sehr anspruchsvolle Salsa Cubana.
Abwechslungsreiche und komplexe Arrangements |
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neuer kubanischer Stil „Despelote“
Wie der Casino ein ausgeprägter
„De la calle“ -Tanzstil. Entwickelte sich in den letzten zehn
Jahren zusammen mit der Musik (siehe Musikstil Timba). Despelote ist ein
spontaner und hemmungsloser „Ganzkörper-Flirt“. Man tanzt
nicht mehr in geschlossener Tanzhaltung, sondern offen. Der Despelote
lässt der Frau viel mehr Freiraum als im „Casino“, um
ihre Reize effektvoll zur Geltung zu bringen. Die zügellos zur Schau
gestellte Freizügigkeit kann konservative Betrachter auch schon mal
schockieren. |
Schritte Kein Grundschritt, keine Vueltas, viele improvisierte
Movimientos (Bewegungselemente) zur und mit der Musik. |
Wo wird dieser Stil getanzt ? Fast ausschliesslich populär in Cuba (ist dort im Moment der beliebteste Tanzstil); in Europa ist die Tendenz - wenn auch nur langsam - steigend. |
Gemeinsamkeiten mit anderen Stilen Gering bis mittel, weil dieser Tanzstil fast nur zu kubanischer Timba-Musik passt. Einzelne Bewegungselemente lassen sich aber zwecks „Anreicherung von Sex-Appeal“ problemlos in andere Stile einbauen, so z.B. in den New York-Style oder Westcoast-Style. |
Musik Moderne und äusserst anspruchsvolle, kubanische
Salsa- Variante (genannt Timba); diese neue „Sauce“ ist angereichert
mit Rap-Rock-Jazz-Afro-Elementen. |
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„New York-Style“ bzw. „Salsa Puertoriceña“
Ein Kompromiss zwischen Improvisation
„de la calle“ und dem Hang zur Perfektion in Standard-Tänzen.
Die Bewegungen sind weich, elegant und eher feminin (auch für den
Mann), wirken aber natürlicher als in der Latin-Standard-Salsa. |
Schritte Grundschritt vorwärts (3er-Schritt). Beginn im New York-Style auf „2“ (wie im Son), manchmal jedoch auch auf „1“, aber mit dem Akzent (Ausfallschritt) auf „2“. Bei letzterem handelt es sich um die etwas eigenwillige, aber sehr populäre Variante von Eddie Torres (auch Mambo Tipico genannt). Die Salsa Puertoriceña von Pedro Gomez beginnt wie beim Casino mit dem Ausfallschritt auf „1“ (Konzession an Europa?). Ein anspruchsvolles, aber trotzdem klares System von unzähligen effektvollen Vueltas (mit vielen Doppel - und Mehrfachdrehungen der Frau) und komplexen „Shines“. Systemprägendes Element: „Cross body lead“ und Ausrichtung vieler Vueltas auf einer Linie. |
Wo wird dieser Stil getanzt ? Natürlich der dominante Stil in New York, aber auch immer populärer im restlichen Nordamerika. In Europa schon sehr verbreitet in Italien, Deutschland und England (v.a. London). Dies ist unter anderem der Verdienst des Tanzlehrers Pedro Gómez, der diesen Stil unter dem Namen Salsa Puertoriceña unterrichtet. |
Gemeinsamkeiten mit anderen Stilen Ganz anderes Grundsystem als der Cumbia-Style oder Casino. Eine Verbindung zu letzterem eröffnet jedoch neue und faszinierende Perspektiven (Vueltas, Vueltas, Vueltas ...). |
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Musik Von den klassischen nichtkubanischen Varianten
(siehe oben), über modernere Stile bis hin zur „Salsa-Erotica" |
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„Westcoast-Style“ bzw. „Los Angeles-Style“
Effektvolle und temporeiche Salsa-Variante
aus Los Angeles. Ein Mix zwischen akrobatischen Westcoast-Swing-Elementen
(ähnlich dem Rock n´Roll), Latin-Standard-Elementen und Latino-,
bzw. Cumbia-Style (siehe oben). Dieser Stil eignet sich
ausgezeichnet für das Showtanzen und hat deshalb v.a. in der Salsa
-Wettkampfszene in den USA grosse Beachtung gefunden. Im Gegensatz zur
Lati -Ballroom-Salsa (siehe unten) ist dieser Stil aber auch in den Clubs
zu sehen. |
Schritte Grundschritt vorwärts (3er Schritt). Beginn normalerweise auf die „1“. Manchmal wird während des Tanzens (z.B. nach Dips) auf die „3“ gewechselt. Die Vueltas (Drehungen) werden oft in einem rasenden Tempo ausgeführt. Häufige Schritt- und Tempowechsel. Viele trickreiche und publikumswirksame „flashy moves“ mit teilweise komplizierten, akrobatischen Dips/Drops („Stops mit Posen“, Hebe-, Fallfiguren) und Spins (schnelle Drehungen). Systemprägendes Element: „Cross body lead“ und Ausrichtung vieler Vueltas auf einer Linie. |
Wo wird dieser Stil getanzt ? Der Westcoast-Style hat bis jetzt erst in London
Fuss gefasst. Dafür hat er dort aber in den letzten |
Gemeinsamkeiten mit anderen Stilen Einzelne Showelemente lassen sich relativ einfach in die anderen Stile einbauen (auch aufgrund einer gewissen Nähe zum Cumbia-Style). Es braucht dazu aber einiges an überwindung, sowie sportlichen Ehrgeiz und Fitness. |
Musik Schnelle geradlinige Salsa, v.a.aus Kolumbien und
Puerto Rico |
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„Latin-Standard-Salsa“ bzw. „Mambo-Salsa“
Die Salsa-Variante der klassischen
(Standard -)Tanzschulen, in den USA auch Lati -Ballroom-Salsa genannt.
Dieser Stil lässt sich nur in einschlägigen Latin-Tanzschulen
erlernen, z.B. beim international bekannten Schweizer Tanzlehrer Valdemaro
Santi. Santi nennt diesen Stil Mambo-Salsa. |
Schritte Grundschritt vorwärts (3er Schritt). Beginn
auf „2“.Ein klares, detailliertes System von einstudierten
Schrittkombinationen, Spins und Dips/Drops auf hohem technischen N iveau.
Auch die stilisierten, für Standardtänze typischen Bewegungselemente
weisen, weil sie jahrelanges üben erfordern, ein unbestritten hohes
technisches Niveau auf, sind aber definitiv Geschmackssache! |
Wo wird dieser Stil getanzt ? Der Latin-Standard-Salsa oder Mambo-Salsa ist in den Salsa-Tanzlokalen (Clubs) kaum zu sehen, sondern fast ausschliesslich in der Turniertanz-Szene verbreitet, dafür aber weltweit. Bemerkenswert ist weiter, dass es nur sehr wenige Latinos gibt, die diesen Stil tanzen. Einzelne Elemente der Latin-Standard-Salsa werden aber via New York-Style und Westcoast-Style auch den Weg in die Salsa-Clubs finden. Der Einfluss der Standardtänze generell wird in Zukunft - wenn auch nur indirekt – zunehmen. |
Gemeinsamkeiten mit anderen Stilen Nur geringe Gemeinsamkeiten aufgrund der Komplexität und des unterschiedlichen Systems und der Philosophie (v.a. bezüglich Casino und Cumbia-Style). Weil es kaum Berührungspunkte zur „De la calle-Szene“ gibt (wenn, dann fast ausschliesslich an Salsa-Meisterschaften), dürften sich dieses auch in Zukunft nicht ändern. |
Musik Oft Klassiker im Big Band-Stil der 50er Jahre. Wichtiger als Rasse und Klasse in der Musik scheinen die BPM (Beats pro Minute) zu sein. An heutigen Mambo -Salsa- Turnieren kommen aber auch „richtige“ Salsa-Songs von zeitgenössischen Bands zum Einsatz (v.a. kolumbianischer und puertoricanischer Stil). |
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